Amazon will Sponsored Ads künftig zum Teil selbst optimieren. Angekündigt ist das bisher nur für die USA. In Deutschland ändert sich vorerst nichts. Hier lesen Sie, was Amazon genau angekündigt hat, was davon für Deutschland gilt und warum eigene Regeln wichtig bleiben.
Was hat Amazon angekündigt?
Am 22. September 2026 hat Amazon drei Neuheiten für Sponsored Ads vorgestellt:
- KI-Kampagneneinblicke: Ein Dashboard mit Hinweisen und Vorschlägen zu Targeting, Geboten und Budgets. Jeden Vorschlag können Sie anwenden, ändern oder überspringen. Zu finden ist das Dashboard laut Amazon auf der Kampagnenübersichtsseite. Start: USA, Oktober 2026.
- Automatische Optimierung: Amazon ergänzt passende Keywords, pausiert schwache Keywords, erweitert das Produkt-Targeting und erkennt saisonale Chancen. Das passiert innerhalb Ihrer bestehenden Kampagneneinstellungen. Sie schalten die Funktion mit einem Klick in den Kampagneneinstellungen ein und können jede Maßnahme ändern oder rückgängig machen. Start laut Amazon: USA, Januar 2027.
- Ads Data Manager für Sponsored Ads: Damit verbinden Sie eigene Kundendaten, zum Beispiel Besuche auf Ihrer Webseite oder Ihre E-Mail-Kontakte, mit Amazons Signalen aus Einkaufen, Surfen und Streaming. Laut Amazon sprechen Sie so bestehende und mögliche Kunden an, jetzt auch mit Sponsored Ads. Ihre Daten bleiben geschützt und werden nur für Ihre eigenen Kampagnen genutzt. Zusätzliches Budget oder Datenwissen brauchen Sie laut Amazon nicht. Verfügbar ist das bereits jetzt für alle Werbetreibenden weltweit, also auch in Deutschland. So finden Sie ihn: Amazon nennt ihn „Datenmanager für Werbeanzeigen“ und beschreibt den Zugang direkt über den Navigationsbereich Ihres Werbe- oder Verwaltungskontos.
Gebote und Budgets erwähnt Amazon bei der automatischen Optimierung nicht. Sie arbeitet mit Keywords und Produkt-Targets. Vorschläge zu Geboten und Budgets kommen aus dem Dashboard der KI-Einblicke. Dort entscheiden Sie bei jedem Vorschlag selbst.
Was gilt in Deutschland?
KI-Einblicke und automatische Optimierung sind nur für die USA angekündigt. Einen Termin für Deutschland nennt Amazon nicht. Das heißt nicht, dass sie nie kommen. Es heißt nur: Planen können Sie heute nicht damit.
Beim Amazon Ads Agent nennt Amazon auch Deutschland. Der Agent ist ein KI-Assistent, mit dem Sie im Gespräch Kampagnen planen, verwalten und auswerten. Für Sponsored Products soll er unter anderem Empfehlungen zu Geboten und Budgets geben. Verfügbar ist er allerdings nur in einer geschlossenen Beta für berechtigte Werbetreibende. Interesse melden Sie laut Amazon über Ihr Amazon-Ads-Kundenteam.
Warum eigene Regeln wichtig bleiben
Das ist unsere Einschätzung, keine Aussage von Amazon. Amazons Optimierung arbeitet innerhalb Ihrer Kampagneneinstellungen. Ihr Ziel kennt sie nur, wenn Sie es festlegen. Drei Gründe, warum eigene Regeln weiter zählen:
1. Jedes Produkt hat sein eigenes Ziel. Ein Produkt im Launch braucht eine andere Strategie als ein Bestseller oder ein Artikel, den Sie abverkaufen. Ob man bei Amazons Optimierung je Produkt eine eigene Strategie festlegen kann, haben wir in Amazons Ankündigungen nicht gefunden. Im PPC-Butler legen Sie Zielwerte je Produkt fest und ordnen Ihre Kampagnen Workflows zu, etwa „Launchphase“ und „Wachstumsphase“. Nach dem Launch verschieben Sie die Kampagne in die Wachstumsphase. Dann wird sie sofort nach dem neuen Workflow gesteuert.
2. Sie wollen wissen, wer was geändert hat. Im PPC-Butler steht jede Änderung in der Historie: welche Regel sie ausgelöst hat, mit welcher Formel und wann, dazu alter und neuer Wert. Der Gebotsverlauf wird auch aufgezeichnet, wenn jemand von Hand, über ein anderes Werkzeug oder über Amazon ändert. Unsere Empfehlung aus der Praxis: Steuern Sie jede Kampagne nur auf einem Weg, entweder mit Ihren Regeln oder mit Amazons Optimierung. Dann ist immer klar, woher eine Änderung kommt.
3. Eine Regel entscheidet jedes Mal gleich. Ob ein Vorschlag zu Ihrer Marge passt, entscheiden Sie. Im PPC-Butler halten Sie diese Entscheidung als Regel fest. Danach läuft sie automatisch und entscheidet jedes Mal nach derselben Logik. Vorher zeigt Ihnen ein Testlauf, was die Regel ändern würde.
Was Sie jetzt tun können
- Nichts umstellen. In Deutschland ist die automatische Optimierung nicht angekündigt.
- Zielwerte je Produkt festhalten. Sie sind der Maßstab, an dem sich später jede Optimierung messen lässt, auch die von Amazon.
- Interesse an der Agent-Beta? Sprechen Sie Ihr Amazon-Ads-Kundenteam an.
- Wenn die Funktion in Deutschland startet: erst an wenigen Kampagnen testen und Vorher und Nachher vergleichen.
- Je Kampagne nur eine Steuerung: Ihre Regeln oder Amazons Optimierung, nicht beides.
So im PPC-Butler
Das leistet der PPC-Butler heute, unabhängig davon, was Amazon plant:
- Zielwerte je Produkt: Mit Produktvariablen legen Sie einen Wert einmal fest und nutzen ihn in jedem Workflow, so oft Sie möchten.
- Workflows je Phase: Kampagnen gruppieren Sie nach Phase (etwa Launch und Wachstum) und verschieben sie bei Bedarf.
- Eigene Gebotsregeln mit Bedingungen, Formeln sowie Mindest- und Maximalgeboten.
- Testlauf und Freigabe: Änderungen laufen als Update-Jobs, die Sie prüfen und freigeben können.
- Rückgängig machen: per Klick oder automatisch mit einem Timer.
- Historie: auslösende Regel, Formel, Zeitpunkt, alter und neuer Wert. Gebotsänderungen von Hand, aus anderen Werkzeugen oder über Amazon sehen Sie dort ebenfalls.
- Rule-Health: findet tote, doppelte, fehlerhafte oder sich überschneidende Regeln.
Eine Beispielregel: WENN der ACoS über der Zielmarke von 20 % liegt, DANN das Gebot um 10 % senken. In der Historie steht danach, warum das Gebot gesenkt wurde.
Mehr dazu: Amazon Ads KI vs. PPC Butler, Amazon Ads MCP vs. PPC-Butler MCP und PPC-Butler MCP für den Zugang mit KI-Assistenten.
Quelle
- Amazon Ads: Werkzeuge für gesponserte Anzeigen, 22. September 2026, abgerufen am 15. Oktober 2026
- Amazon Ads: Dialogorientiertes Erlebnis im Amazon Ads Agent, 29. September 2026, abgerufen am 15. Oktober 2026
- Amazon Ads: Neuer Datenmanager für Werbeanzeigen, 30. September 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026
- Amazon Ads: Amazon Ads Agent, 29. September 2026, abgerufen am 15. Oktober 2026


